Großstadtgefühle. Nächster Halt: Friedrichstraße

Eine etwas andere Rezension über das Buch Großstadtgefühle. Nächster Halt: Friedrichstraße, Hrsg. von S. M. Gruber, Liv Modes, Jen Pauli & Katharina Stein

Ein Textbeitrag von AWVH

Copyrights: Bady Abbas, Unsplash

" 3,7 Millionen Menschen und noch mehr Gefühle. Berlin ist eine ganz besondere Großstadt. Eine besonders liebevolle, in der alle alles sein dürfen und dann wieder eine besonders hinterhältige, in der niemand etwas sein kann. Sie hat dich fest im Griff, du liebst sie, du hasst sie und sie dich auch. Und dann ist da noch das Alles-Dazwischen: Einsamkeit, Nostalgie, Optimismus, Depression, Obsession, Glück, Freiheit. 18 Berliner Autor*innen nehmen dich mit in ihre Version der Hauptstadt und bewegen sich dabei um einen ihrer zentralen Angelpunkte – die Friedrichstraße. Alle Gewinne kommen Mehrwertvoll e.V. zugute, der sich für verschiedenste soziale und kulturelle Projekte in Berlin einsetzt."

Die Autor*innen: Daniel Klaus, Liv Modes, Nicolas Stille, Enrico Möglich, Natalie Palloks, Barbara Gase, Nadja Kasolowsky, Claire Fischer, Lucinda Flynn, Roland Ruether, Mika Weld, Katharina Stein, Chris Verfuß, Christin Tewes, Jen Pauli, E. Sawyer, S. M. Gruber, Julia Alina Kessel




Großstadtgefühle. Nächster Halt Friedrichstraße S. M. Gruber (Hrsg.), Liv Modes (Hrsg.), Jen Pauli (Hrsg.), Katharina Stein (Hrsg.)

  • Paperback

  • 140 Seiten

  • ISBN-13: 9783749465910

  • Verlag: Books on Demand

  • Erscheinungsdatum: 23.11.2019

  • Buch: 9,90 Euro

  • E- book: 4,99 Euro

  • Sprache: Deutsch

  • Farbe: Nein










„ Du wirst Dich daran erinnern, wie Du eine genau solche Person an das Rauschen der Stadt verloren hast. Du wirst Dich daran erinnern, wie Du Dich im Pulsieren derselben wiedergefunden hast, zwischen all den Möglichkeiten, zwischen all dem Leben.“


lasst uns tanzen / zu zweit / in die stadt der tausend tänze / in eine stadt tausender gesichter /

doch vielleicht sollte ich beginnen alleine zu tanzen / ohne dich mit mir und meiner wut /

schrie sie laut in ihr inneres gesicht / bis es niemand hören konnte

Eine lyrische Rezension

Im gelben Kleid

Und du hast nicht gesehen als ich weinte.

Ich schreie und du hörst mich zittern

Für dich jemals mehr als stille Worte?

Eine tote Frau weint nicht mehr

Eine tote Frau stirbt nicht mehr

Eine tote Frau ändert nichts mehr

Wenn du lebend weinst

Eine tote Frau glaubt nicht mehr

An die Freiheit der Menschen,

sondern daran sich Dinge zu nehmen.

Lasst Sie tanzen mit ihrem gelben Kleid.

Und sie tanzen ihr Herz entzwei

Durch die Menge eines leeren Raums.

Lasst sie tanzen

Ich gab ihr die Illusion der eigenen Verantwortlichkeit.

Du gabst mir ein Kleid, damit ich es tragen würde

und freiwillig alle anderen verdränge.

Du denkst ich wollte diesen Weg, weil ich keinen anderen kannte.

Du glaubtest du hättest mich befreit

von meiner Suche nach mir.

Ein Lachen genügte für den Anfang.

Es tat gut dein Verlangen zu trösten

und mir ein Stück Einsamkeit zu reichen

verpackt in Perfektion und Blut umdrängt.

Wenn du sagst du rennst

Dann renn ich mit dir

Und wenn du sagst bleib stehen

Dann greif ich zu.

Denn meine Liebe zu dir

Bricht mein Herz in zwei

Wenn du in meine Arme fällst

Zerbricht das deine auch

Und du ...

du hast mich nicht sehen lassen,

wenn die Dunkelheit erbricht.

Denn wenn ich überhaupt nur blicken würde

wir wussten was du bereit warst

zu tun

und sie hörten Schreie

Nun

Lasst uns tanzen, tanzen wir im blauen

meiner Fingerabdrücke

zu den Gedanken in deinem Kopf

Und ihr, hört ihr schon Schreie

Oder immer noch Musik?





Wer Lust hat auf Berliner Kurzgeschichten ist mit „Großstadtgefühle“ genau richtig. Ein Buch, das Geschichten einfassen will. Interessant für alle, die die Unendlichkeit der Stadt, einer Großstadt wie Berlin fasziniert. Die Geschichten handeln von Traurigkeit, von Abschied, Trennung, Liebe und Verzweiflung. Es sind nicht brutale Geschichten. Sie schildern Alltäglichkeiten und zeigen uns, dass wir vielleicht doch lernen sollten empfindsamer zu werden. Die Gedicht Rezension zeigt, was passieren kann, wenn wir uns nicht selbst hören, wenn wir andere nicht hören und wenn wir beginnen lebend zu sterben, weil wir vor allem vielleicht im Trubel der Massen, im Rauschen der Großstadtgefühle uns vergessen haben und vergessen was wir tun, vergessen dass wir schon viel zu lange ruhen.

Der Rest bleibt hier und soll weiter gedacht werden. Großstadtgefühle behandelt Themen junger Menschen...

„Für alle, die träumen und hoffen, hinfallen und wieder aufstehen, kurz – für alle, die fühlen.“ (Großstadtgefühle)